Heimatverein Niederlauterstein e. V.

 
Mundloch am Schusterweg 
 

Unterhalb unserer Burgruine, befindet sich ein alter Weg, der unter Einheimischen als „Schusterweg“ bekannt ist. Dieser gern genutzte Wanderweg war an einer Stelle stets durchnässt und bei feuchtem Wetter eigentlich nur in Stiefeln trockenen Fußes zu bewandern.

Ursache für die Feuchtigkeit ist der Bergbau. Im Jahre 1950 trieb die SAG Wismut auf der Suche nach Uran an dieser Stelle ein Stollen in den Berg. Nachdem die Suche erfolglos war, wurde 1951 der immerhin 325 m lange Stollen durch Sprengung des Mundloches wieder verschlossen. Das noch immer anstehende Grubenwasser suchte sich jedoch einen neuen Ausgang und lief über den „Schusterweg“ in die „Pockau“.
Durch den Jugendclub und eine ABM-Maßnahme wurde bereits in den 90er-Jahren versucht, dieses Problem zu beseitigen. Für das Wasser wurde ein kleines Auffang-becken gemauert und in den Weg ein Rohr eingegraben. Dadurch konnte einige Jahre der Zustand verbessert werden.
 
 
 
Zustand vor den Bauarbeiten
 
Das Undichtwerden des Beckens führte jedoch wieder dazu, dass der Weg vom Wasser durchweicht wurde und verschlammte.
Im Heimatverein wurde nun die Idee geboren, dieses Problem dauerhaft zu lösen und gleichzeitig dem Wismut- Bergbau in Niederlauterstein ein kleines Denkmal zu setzen.
Dazu sollte symbolisch wieder ein Stollen- Mundloch entstehen, in welchem das Wasser austritt, in einem Becken gesammelt wird und durch einen Überlauf und das vorhandene Rohr auf die andere Seite des Weges geleitet wird.
Entwurf des Mundloches (E. Oettel)
 
Die dafür erforderlichen, teilweise komplizierten Mauerer-arbeiten führten die zwei Niederlautersteiner Mauerer Rolf Börner und Uwe Kreller im Rahmen zweier Ein-Euro-Maßnahmen und unter der Regie des Heimatvereins in den Jahren 2007 und 2008 fachgerecht aus.
 
 
Rolf Börner beim Mauern
 
 
Stand der Bauarbeiten, Winter 2007/2008
 
 
Uwe Kreller beim Mauern des Bogens
 
 
 
Fertig gemauert- jetzt kann ausgeschalt werden
 
Noch vor der „Niederlautersteiner Jubiläumswoche“ konnte das Projekt beendet und das Mundloch im Rahmen der Festwoche am 19.07.2008 eingeweiht werden.
Dabei wurde eine vom Schnitzer und Holzbildhauer Wolfgang Börner angefertigte Eichentafel mit den Daten des Stollens in das Mundloch montiert.
 
 
Eichentafel mit den wichtigsten Daten des Stollens
 
 
Einweihung des Mundlochs durch die am Bau Beteiligten
(v.l. Wolfgang Börner, Rolf Börner, Eckhard Oettel, Uwe Kreller)
 
Das austretende Wasser schmeckt übrigens köstlich und wird von den Nachbarn schon längere Zeit zum Kochen verwendet.
Nach einer geplanten professionellen Wasseranalyse kann das Wasser dann für die durstigen Wanderer als Trinkwasser angeboten werden.