Schützengilde im Heimatverein Niederlauterstein e. V.

56. Vogelschießen in Niederlauterstein vom 24. bis 27. Juli 2014

Bereits zum 56. Mal veranstalteten die Niederlautersteiner ein Vogelschießen. An den 4 Tagen wurde den ca. 1000 Besuchern wieder ein abwechslungsreiches Programm und als Höhepunkt  -ein überaus spannender Endkampf beim traditionellen Vogelschießen- geboten.

Einen festen Platz im Veranstaltungskalender nimmt mittlerweile der Zeltabend der Landeskirchlichen Gemeinschaft Niederlauterstein ein. Am Donnerstagabend sprach Pfarrer Lämmel aus Großrückerswalde in einem vollbesetzten Festzelt zum Thema „Das Leben – Entdecken und Suchen“. Der Bläserkreis Marienberg übernahm die musikalische Begleitung und Umrahmung des Zeltgottesdienstes.

Die Veranstaltungen am Freitagabend waren für die Skatspieler, für alle kleinen und großen Kinder und für Leute mit Fernweh vorgesehen.

Bei Preisskat in der Sportklause setzte sich der Zöblitzer „Profispieler“ Joachim Hiemann durch, auf den Plätzen folgten Andreas Koch und der ebenfalls aus Zöblitz stammende Enrico Schreiter.

Gegen 20.30 Uhr begann ein Fackel- und Lampionumzug für alle kleinen und großen Leute vom Forsthaus in Richtung Festplatz, wo ein Feuer entzündet wurde. Für die Vorbereitung und Durchführung des Umzuges zeichneten sich wieder die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Niederlauterstein verantwortlich.

Der Fackelumzug endete an einem kleinen Lagerfeuer

Anschließend berichtete Herr Dr. Gert Scheffler aus Chemnitz mit eindrucksvollen Bildern und nach einer kleinen technischen Korrektur auch für alle verständlich, von seiner Reise ans Ende der Welt nach „Aotearoa – Land der großen weißen Wolke“, wie Neuseeland in der Sprache der Maori genannt wird.

Der Sonnabendnachmittag gehörte den Kindern und dem Sport. Bei der 31. Auflage des Kleinfeld-Fußballturnieres konnte die Heimmannschaft von der SG Niederlauterstein den Vorjahressieg verteidigen.

Siegerehrung des Kleinfeld- Fußballturniers

Zum Kinderfest waren wieder zahlreiche Eltern mit ihren Kindern zu Spiel und Spaß in das Festzelt gekommen. Hüpfburg, Kletterwand, Mini-Quad-Fahren, Kindervogelschießen, Ratzrad, Tombola, Wissenslotto, Bastelstraße, Luftgewehr-schießen, Kinderschminken – für alle war wieder etwas dabei.

Die Tanzmäuse des NCV bei einer Tanzeinlage zum Kinderfest

Als ein besonderer Programmpunkt fand in diesem Jahr ein Vogelschießen der Schützenvereine der Großen Kreisstadt Marienberg um den Wanderpokal des Oberbürgermeisters statt, das auf Initiative unserer Schützengilde und mit Unterstützung der Stadtverwaltung Marienberg durchgeführt wurde. Bei diesem Vereinsvogelschießen ging es darum, so viele Punkte wie möglich zu erreichen, d. h. viele Teile des Vogels oder Teile mit hohen Punktzahlen abzuschießen. Der souveräne Sieger dieses Vergleiches waren unsere Schützenbrüder und -schwestern aus Pobershau. Eine Neuauflage dieses Vergleiches soll es in drei Jahren in Pobershau geben, wenn der Schießverein Pobershau 1887 e.V. sein 130. Jubiläum feiert.

Das Vereinsvogeschießen gewann der Schießverein Pobershau 1887 e.V.

Wenn Ecke Bauer und seine Band „Bauerplay“ zum Tanz aufspielen, geht es besonders rockig zu. Hits von Santana, Dire Straits, Deep Purple oder Led Zeppelin gehören zum Repertoire der Band. Unsere Stammgäste bei den Tanzveranstaltungen ließen uns auch dieses Mal nicht im Stich und sorgten am Samstagabend für gute Stimmung im Festzelt.

Ecke Bauer von "Bauerplay"

Für den vierten Tag des Niederlautersteiner Vogelschießens gibt es einen festen Ablauf. Der amtierende Schützenkönig Eckhard Oettel empfing um 12:00 Uhr die Schützengilde Niederlauterstein, unser lieben Gäste vom Heimatverein Göpfersdorf e.V. (Altenburger Land)  und die „Marienberger Blasmusikanten“ zur Bewirtung auf seinem Grundstück. Gegen 14:00 Uhr marschierten alle wieder auf dem Festplatz auf. Der amtierende Schützenkönig eröffnete mit dem traditionellen ersten Schuss den Wettstreit.

Blick zu den Mitgliedern der  Schützengilde, die auf ihren Schuss warteten

Neu war in diesem Jahr, dass alle Teile des Vogels mit Nummern versehen waren. Beim Abschuss eines solchen Teiles wartete auf den erfolgreichen Schützen ein kleines Präsent in Form einer Wurst, eines Pullis oder einer kleinen Flasche Sekt, welches zumeist an Ort und Stelle verzehrt wurde. Während die Teilnehmer des Vogelschießens geduldig versuchten, den hölzernen Vogel Stück für Stück in seine Einzelteile zu zerlegen, wurden unseren Gäste aus nah und fern mit einem kleinen Rahmenprogramm unterhalten: Zum Platzkonzert spielten zuerst die „Marienberger Blasmusikanten“ danach folgte rockige Livemusik mit Kristin Seidel und Toni Nickl.

Kristin Seidel und Toni Nickl sorgten im Festzelt für Gänsehaut-Feeling

Für die Bereitstellung von Kaffee und Kuchen sorgten wie jedes Jahr die Frauen vom Kreativzirkel, der Klöppelgruppe und der Powermäd. Erstmalig und mit guten Kritiken versehen, wurde die weitere Speiseversorgung von der Firma Lehmann aus Olbernhau sichergestellt.

Wie bereits schon angedeutet war dieses Vogelschießen ein denkwürdiges Ereignis. Nicht nur dass der „Vogel“ diesmal dreimal angesägt werden musste, auch stand in einem zähen Endkampf der neue Schützenkönig Mike Wohlgemuth erst um 19:38 Uhr fest. Ein Novum in der langen Geschichte des Vogelschießens. Da hat unser Gert Walther, der seit Jahren zuverlässig den hölzernen Vogel in Heimarbeit herstellt, es mit der Dicke des Holzes und der Befestigung der Teile zu gut gemeint. Aber unsere treuen Gäste blieben bis zum Zeitpunkt, an dem das letzte Stück fiel und feierten mit uns den neuen Schützenkönig.

Der Neue Schützenkönig, Mike Wohlgemuth, wurde ins Zelt getragen

Den Abschluss des 56. Niederlautersteiner Vogelschießens  bildeten die traditionelle Ehrung des neuen Schützenkönigs und der Schützentanz mit Wolfgang Blasius.

Unser Vogelschießen ist aus dem Leben des Dorfes nicht mehr wegzudenken. Die Organisatoren finden immer wieder die Mischung aus traditionellen Ablauf und neuen Veranstaltungen für alle Altersgruppen.

Der Heimatverein Niederlauterstein dankt den zahlreichen Helfern und treuen Sponsoren für ihre Arbeit und Unterstützung zur Durchführung der traditions-reichen Veranstaltung.

Holger Hiemann

Heimatverein Niederlauterstein e.V.


Besuch des 29. Gabisdorfer Vogelschießens

Seit dem 25. Garbisdorfer Vogelschießen im Jahr 2011 bestehen zwischen dem Heimatverein Göpfersdorf e.V. und dem Heimatverein Niederlauterstein e.V. freundschaftliche Beziehungen, die mindestens durch den gegenseitigen Besuch des ähnlich verlaufenden Vogelschießens gepflegt werden.

So machte  sich auch in diesem Jahr, am 29. Juni 2014, eine kleine Abordnung unserer Schützengilde wieder auf, um beim Schützenfest in Thüringen dabei zu sein.

Die Abordnung unserer Schützengilde

Als Schützenkönigin wurde im letzten Jahr Susann Quellmalz gekrönt, diese galt es gegen 11:00 Uhr von zu Hause abzuholen.

Die Schützenkönigin Susann Quellmalz empfängt ihre Gäste

Da sich das elterliche Haus ganz in der Nähe des Festplatzes befindet, war nur ein kurzer Fußmarsch von Nöten. Wie auch bei uns wurden die Gäste, alle Einwohner sind da willkommen, von der Schützenkönigin mit belegten Broten und Bier verköstigt. Umrahmt wurde die Abholung durch vier Jagdhornbläser(innen).

Eine Jagdhonbläsergruppe sorgt für musikalische Unterhaltung

Die Pferdekutschen warten auf die Schützenkönigin und die Hormtjungfern

Nachdem alle gesättigt waren, wurde die Königin, begleitet durch zwei Hormtjungfern mit Pferdekutschen zum Festplatz gebracht, wo nach dem Setzen der Erntekrone, verbunden mit einem „Täubchentanz“, das Vogelschießen begann.

Die Mitglieder des Heimatvereins und die Wierataler Tanzmäuse beim Täubchentanz

Leider waren für unsere Schützenbrüder nur drei Lose zurückgehalten worden, so dass wir nur selten zum Schuss kamen und sich die  Wartezeiten dazwischen ewig hinzogen. Angesichts der Tatsache, dass jedes gekaufte Los auch geschossen werden muss, also kein Kneifen gibt, waren die wenigen Schüsse dann doch wieder von Vorteil, schließlich wollten wir nicht ernsthaft den Schützenkönig stellen.

 

Tino und André versuchen ihr Glück, treffen aber beide nicht. Den einzigen Treffer landet Robert Weiß.

Trotz des Regenwetters, welches zwischenzeitlich sogar zur Unterbrechung des Schießens führte, war das Schützenfest mit hunderten Schaulustigen gut besucht. Diese mussten jedoch lange warten, bis der neue Schützenkönig  fest stand. Statt der sonst übllichen 4 Stunden dauerte es diesmal fünfeinhalb Stunden und 350 Versuche, bis der Vogel erlegt war. Das schaffte 2014 der Göpfersdorfer Sebastian Wolf, der dafür mit einem Keramik- Raben ausgezeichnet wurde.

Der neue Garbisdorfer Schützenkönig heißt Sebastian Wolf

Nachdem der neue Schützenkönig gekürt war, machten auch wir uns wieder auf den Heimweg.

Eckhard Oettel